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Vortrag
KI-Fachtag: Mensch – Maschine – Miteinander

KI-Avatare in sozialen Einrichtungen: Anwendung, Beispiele und Vorteile

David -- AIdentical30 Minuten

Vorstellung von KI-Avataren im sozialen Kontext: Wie können sprechende Avatare die Erreichbarkeit und Präsenz sozialer Einrichtungen verbessern? Aufbau, Einsatzmöglichkeiten und Grenzen werden erläutert.

Auf einen Blick

Zusammenfassung

Im Mittelpunkt des Vortrags stand die Technologie KI-basierter Avatare und ihre Einsatzmöglichkeiten im sozialen und diakonischen Bereich. Gezeigt wurden drei Arten von Avataren: fotorealistische Nachbildungen echter Personen, vollständig fiktive KI-Figuren und interaktive Avatare, mit denen man echte Gespräche führen kann. Ergänzt wurde die Präsentation durch eine lebhafte Publikumsdiskussion über Chancen, Grenzen und offene Fragen rund um Kultursensibilität, Datenschutz und den sinnvollen Einsatz der Technologie.

Kernaussagen

KI-Avatare können eine reale Person so überzeugend abbilden, dass selbst nahestehende Menschen den Unterschied nicht erkennen.

Fiktive Avatare lösen das Problem der Abhängigkeit von einzelnen Personen, weil keine Bildrechte auslaufen und kein Mitarbeiter das Unternehmen verlassen kann.

Der größte Zeitvorteil liegt laut Vortrag bei 80 bis 90 Prozent gegenüber klassischer Videoproduktion.

KI-Avatare ersetzen keine Menschen, sie sollen Kapazitäten freisetzen, damit mehr Zeit für direkte, persönliche Gespräche bleibt.

Der interaktive Avatar für Pflege und Einsamkeit ist als Ergänzung gedacht, nicht als Ersatz für Pflegepersonal.

Ein Avatar kann kulturell nur so sensibel sein, wie er angelernt wurde. Für wirklich kultursensible Kommunikation bleibt der Mensch unersetzlich.

Die entscheidende Frage ist nicht, ob die Technologie funktioniert, sondern in welchem Kontext man sie bewusst einsetzt und wo man sich ebenso bewusst dagegen entscheidet.

Themen

Arten von KI-Avataren

Im Vortrag wurden drei Kategorien vorgestellt. Fotorealistische Avatare entstehen aus echten Videoaufnahmen einer Person und erzeugen naturgetreue Mimik, Gestik und Lippensynchronisation, auch in mehreren Sprachen. Fiktive Avatare werden komplett von einer KI erzeugt, die dargestellte Person existiert nicht. Das hat praktische Vorteile: keine Abhängigkeit von realen Personen, keine Nutzungsrechte, die irgendwann enden. Die dritte Kategorie sind interaktive Avatare, mit denen man ein echtes Gespräch führen kann. Sie können auf eine interne Wissensbasis zugreifen, Fragen beantworten und sogar Aktionen im Hintergrund auslösen, zum Beispiel einen Termin buchen.

Einsatzfelder im sozialen Bereich

Als besonders naheliegende Anwendungen wurden Onboarding und Schulung, mehrsprachige Informationsvermittlung, interne Kommunikation, Social Media zur Mitarbeitergewinnung und Erklärvideos zu Prozessen genannt. Ein eigens entwickeltes Projekt widmet sich dem Thema Einsamkeit in Pflegeeinrichtungen: Ein Terminal mit interaktivem Avatar soll Bewohnern die Möglichkeit geben, Gespräche zu führen, wenn Personal gerade keine Zeit hat. Eine geplante zweite Stufe sieht personalisierte Zugänge vor, bei denen der Avatar frühere Gespräche in Erinnerung behält und gezielt Anknüpfungspunkte setzt.

Kultursensibilität und Grenzen der Technologie

Eine intensive Diskussion entstand rund um die Frage, ob KI-Avatare kulturell angemessen übersetzen und kommunizieren können. Im Vortrag wurde eingeräumt, dass eine hundertprozentige Sicherheit hier nicht möglich ist. Avatare können auf bekannte kulturelle Eigenheiten trainiert werden, aber in echten Gesprächssituationen bleibt ein Restrisiko. Gleichzeitig wurde aus dem Publikum der Gegenpunkt eingebracht, dass auch Menschen nicht automatisch kultursensibel handeln und dafür ebenfalls intensiv ausgebildet werden müssen. Der Konsens lautete: Wissenstransport und Schulung sind gute Felder für Avatare, persönliche und kultursensible Begleitung bleibt Aufgabe des Menschen.

Frage der Transparenz und Identität

Diskutiert wurde auch, ob und wie kenntlich gemacht werden sollte, dass ein Avatar spricht und keine echte Person. Außerdem wurde das Spannungsfeld angesprochen, dass sich Unternehmenshaltungen ändern können und ein einmal erstellter fotorealistischer Avatar dann Aussagen transportiert, hinter denen die abgebildete Person nicht mehr vollständig steht. Schulungsvideos mit allgemeinen Inhalten wurden dabei als unkritischer eingestuft als dauerhaft identitätsstiftende Auftritte.

Folien

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